Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Gemeinde,
mit dem Monat November sind wir nun wirklich in der dunklen Jahreszeit angekommen. Es ist nicht nur frischer geworden, auch die Tage werden kürzer und die Dunkelheit länger. Wir brauchen mehr elektrisches Licht. Kerzen und Kamin kommen zum Einsatz und sorgen nicht nur für stimmungsvolles Ambiente, sondern auch für Wärme und Wohligkeit.
Wir starten in den letzten Monat des Kirchenjahres bewusst mit einem Fest, an dem es um Lichtgestalten geht. Menschen, die durch ihre Worte und Werke, ihre Haltung und ihren Glauben Licht in die Welt gebracht haben. Wir gedenken aller Heiligen – Frauen und Männern, jungen und alten Menschen, die sich auf das Abenteuer Gottes eingelassen haben, seinem Ruf gefolgt sind, ihm vertraut haben, sich von seiner Liebe berühren ließen und schließlich wie ein Fenster für dieses göttliche Licht der Liebe durchlässig wurden. Die Heiligen aller Zeiten, bekannte und unbekannte, haben an ihrem Platz durch die Jahrhunderte hindurch versucht, diese Welt ein Stück weit heller zu machen. Natürlich waren auch sie nicht immer perfekt. Sie hatten Ecken und Kanten, manch komischer Kautz und schräger Vogel war unter ihnen. Und doch sind sie Lichtgestalten der Kirche: Sie haben Menschen Trost und Hoffnung geschenkt und laden auch uns heute ein, im Glauben Gott zu vertrauen. Sie ermutigen uns, Gottes Licht in uns Raum zu geben, damit wir – wie eine Laterne – nach außen leuchten und ebenfalls Lichtgestalten in unserer Zeit werden.
Licht und Wärme tun gut! – So lade ich Sie ein, wie ein Heiliger Martin (11.11.) den Mantel zu teilen, anderen zu schenken, was sie wärmt und stärkt, vielleicht Zeit oder Zuspruch. Wie die Heilige Elisabeth (19.11.) das Brot auszuteilen, den Hunger der Menschen zu stillen. Sich von der Heiligen Mystikerin Gertrud von Helfta (17.11.) in die Tiefe des Glaubens und Vertrauens mitnehmen zu lassen, um anderen zu zeigen, bei wem wir zu Hause sein dürfen. Oder wie die Heiligen Josaphat (12.11.), Cäcilia (22.11.), Andreas Dung-Lac (24.11.) und Katharina von Alexandrien (25.11.) dem Glauben an Gott und seiner frohen Botschaft auch gegen alle Widerstände treu zu bleiben.
Von unzähligen Vorbildern dürfen wir uns nicht nur zu Allerheiligen ermutigen lassen, selbst Lichtgestalten zu sein. Wie die Kinder mit ihren Laternen die dunklen Straßen in diesem Monat erleuchten, können auch wir Licht bringen, wo Menschen in der Dunkelheit ihres Lebens festsitzen, trauern, weinen, fragen, suchen, verzweifelt sind und nach Zuwendung, Unterstützung, Leben und Liebe dürsten. Machen wir uns also auf… als Lichtgestalten!
Es grüßt von Herzen
Ihr Pastor Michael Eichinger