Alles hat seine Stunde.
Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit. (Koh 3, 1)
Liebe Schwestern und Brüder,
der Oktober zeigt uns die Welt in besonderer Weise als Gabe Gottes. Die Tage werden kürzer, die Natur verändert ihr Gesicht, und auf den Feldern wird sichtbar, was über Monate gewachsen ist. Im Erntedankfest bringt die Kirche diese Erfahrung vor Gott: Wir leben nicht allein aus eigener Leistung. Alles, was uns trägt – Nahrung und Arbeit, Familie und Gemeinschaft, Gesundheit und Hoffnung – ist letztlich Geschenk.
Der Oktober ist zugleich der Rosenkranzmonat. Der Rosenkranz lädt uns ein, mitten im Alltag innezuhalten und mit Maria auf Christus zu schauen. In den Gesätzen des Rosenkranzes betrachten wir die entscheidenden Stationen im Leben unseres Herrn. So wird besonders dieses Gebet zu einer Schule des Vertrauens. Maria lehrt uns, Gottes Wirken auch dort wahrzunehmen, wo unser eigener Blick noch keine Antwort findet.
In diesen Monat fällt auch der Tag der Deutschen Einheit. Dankbar dürfen wir auf die friedliche Überwindung der deutschen Teilung zurückblicken. Zugleich erinnert uns dieser Tag daran, dass Einheit niemals selbstverständlich ist. Sie braucht Begegnung, Vergebung und den Willen, aufeinander zuzugehen. Als Christen wissen wir: Wahre Einheit entsteht nicht dadurch, dass alle gleich sind, sondern indem Verschiedene in der Liebe Christi verbunden werden.
Vielleicht ist gerade der Herbst eine gute Zeit, diese Gedanken miteinander zu verbinden: Dankbarkeit, Vertrauen und Einheit. Die fallenden Blätter erinnern uns daran, dass nicht alles festgehalten werden kann. Der Glaube aber schenkt uns die Gewissheit, dass Gott auch in Zeiten des Wandels gegenwärtig bleibt.
So wünsche ich uns einen gesegneten Oktober – mit offenen Augen für die Gaben Gottes, mit einem betenden Herzen und mit der Bereitschaft, einander zum Segen zu werden!
Es grüßt Sie alle herzlich und ist im Gebet mit Ihnen verbunden
Ihr Diakon Armin Dorfmüller